Die Identitätsverwaltung wird immer komplexer. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, Benutzerzugriffe zu verwalten, Compliance-Vorgaben einzuhalten und Sicherheitsrisiken zu minimieren, ohne die Produktivität der Mitarbeiter zu beeinträchtigen. In der Vergangenheit wurden viele dieser Aufgaben manuell ausgeführt – mit erheblichem administrativem Aufwand und einem hohen Risiko für menschliche Fehler. Moderne Technologien wie automatisierte Governance, intelligente Orchestrierung und erweiterte Analytik bieten nun die Möglichkeit, Identitätsprozesse effizienter, sicherer und transparenter zu gestalten. Doch wie können Unternehmen diese Innovationen nutzen, um ihre Identity Governance nachhaltig zu verbessern?
In vielen Unternehmen läuft das Management von Identitäten und Berechtigungen nach wie vor über manuelle Prozesse. Neue Mitarbeiter müssen einzeln in verschiedenen Systemen angelegt, Berechtigungen mühsam beantragt und Änderungen manuell nachgepflegt werden. Diese Vorgehensweise ist nicht nur ineffizient, sondern auch fehleranfällig: Fehlzuweisungen, überflüssige Zugriffsrechte oder verwaiste Accounts sind häufig die Folge.
Automatisierte Governance-Lösungen ermöglichen es, solche Prozesse zu standardisieren und zu beschleunigen. Beispielsweise kann die Benutzerprovisionierung – also das Anlegen und Verwalten von Identitäten – durch vordefinierte Richtlinien und Workflows automatisch erfolgen. Wird ein Mitarbeiter neu eingestellt, erhält er genau die Zugriffsrechte, die er für seine Rolle benötigt – nicht mehr und nicht weniger.
Ähnlich verhält es sich mit der automatischen Deprovisionierung: Sobald ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt oder eine Abteilung wechselt, werden alle nicht mehr benötigten Berechtigungen sofort entzogen. Dies reduziert das Risiko von Insider-Bedrohungen und hilft, Sicherheitslücken zu schließen, die durch veraltete oder ungenutzte Konten entstehen.
Mit der steigenden Anzahl von IT-Systemen, Cloud-Diensten und Anwendungen wird es immer schwieriger, den Überblick über alle Benutzer und deren Berechtigungen zu behalten. Hier kommt die intelligente Orchestrierung ins Spiel: Sie sorgt dafür, dass verschiedene IGA-Tools, Sicherheitslösungen und Unternehmenssysteme nahtlos miteinander kommunizieren und eine zentrale Verwaltung ermöglichen.
Durch Orchestrierungsplattformen lassen sich alle relevanten Identitätsprozesse über eine einzige Schnittstelle steuern. Das bedeutet, dass Unternehmen Richtlinien für Zugriffsverwaltung, Sicherheitsprüfungen und Berechtigungsanfragen an einem Ort definieren und systemübergreifend umsetzen können.
Ein Beispiel für den praktischen Nutzen: Ein Unternehmen nutzt eine Kombination aus On-Premises-Lösungen, Cloud-Diensten und Drittanbieter-Software. Ohne eine intelligente Orchestrierung müssten IT-Teams in jedem einzelnen System Berechtigungen anpassen, neue Accounts manuell anlegen und den Überblick über Zugriffskontrollen behalten. Mit einer zentralisierten Orchestrierung hingegen werden all diese Prozesse automatisch synchronisiert und abgestimmt, wodurch sowohl der Verwaltungsaufwand als auch das Sicherheitsrisiko drastisch reduziert werden.
Neben der Automatisierung operativer Prozesse bietet die moderne Identity Governance zunehmend erweiterte Analysemöglichkeiten, die Unternehmen helfen, Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.
Enhanced Identity Analytics nutzt Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, um Verhaltensmuster zu analysieren und potenziell verdächtige Aktivitäten zu identifizieren. Dies kann zum Beispiel bedeuten, dass das System eine ungewöhnliche Zugriffsanfrage aus einem fremden Land oder eine plötzliche Änderung im Nutzerverhalten erkennt und automatisch eine Sicherheitsprüfung einleitet.
Ein besonders wichtiger Anwendungsfall ist die risikobasierte Authentifizierung. Während herkömmliche Authentifizierungsverfahren statisch sind – jeder Nutzer muss sich immer auf die gleiche Weise anmelden –, passt sich die risikobasierte Authentifizierung dynamisch an die jeweilige Bedrohungslage an. Erkennt das System beispielsweise, dass sich ein Nutzer plötzlich von einem unbekannten Gerät aus anmeldet, kann es eine zusätzliche Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) anfordern, um die Identität zu bestätigen. Diese vorausschauende Sicherheitsstrategie hilft Unternehmen, Angriffe frühzeitig abzuwehren, bevor sie Schaden anrichten können, und gleichzeitig den Anmeldeprozess für legitime Nutzer so komfortabel wie möglich zu gestalten.
Neben der Erhöhung der Sicherheit bietet eine intelligente, automatisierte Identity Governance erhebliche Vorteile in Bezug auf Effizienz und Compliance.
• Reduzierung des IT-Aufwands: IT-Abteilungen müssen sich nicht mehr mit Routineaufgaben wie Passwort-Resets oder Berechtigungsanfragen beschäftigen, sondern können sich auf strategische Sicherheitsmaßnahmen konzentrieren.
• Schnellere Zugriffsbereitstellung: Neue Mitarbeiter erhalten sofort die richtigen Berechtigungen, ohne dass langwierige Genehmigungsprozesse erforderlich sind.
• Bessere Einhaltung von Compliance-Richtlinien: Automatische Audit-Logs und Berichte stellen sicher, dass Unternehmen jederzeit nachweisen können, wer zu welchem Zeitpunkt Zugriff auf welche Daten hatte.
Diese Faktoren sind besonders wichtig in stark regulierten Branchen, in denen Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen kontinuierlich verschärft werden. Unternehmen, die ihre Identitätsverwaltung noch nicht automatisiert haben, riskieren nicht nur Sicherheitslücken, sondern auch Bußgelder und Reputationsverluste durch Compliance-Verstöße.
Die manuelle Verwaltung von Identitäten und Berechtigungen ist in einer hybriden und Cloud-zentrierten IT-Welt nicht mehr praktikabel. Unternehmen müssen auf Automatisierung, intelligente Orchestrierung und vorausschauende Analysen setzen, um ihre Identity Governance effizient, sicher und compliant zu gestalten. Die Frage ist nicht, ob Unternehmen ihre Identitätsverwaltung modernisieren sollten – sondern wann. Wer frühzeitig auf diese Technologien setzt, vermeidet Sicherheitsrisiken, reduziert Kosten und optimiert seine IT-Prozesse langfristig.
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